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Bericht

Posted: Thu May 31, 2018 11:38 pm
by kizushi
Nach fast 9 Jahren Pause hat es mich im April erstmals nach Uganda verschlagen.

Leider bin ich krankheitsbedingt wenig im Land selbst herumgekommen. Der Vergleich zu Kenia war eher positiv, allerdings muss ich auch die 9 Jahre Pause berücksichtigen. Und dass ich ja den Standard aus Kibera gewohnt war.

Re: Bericht

Posted: Thu May 31, 2018 11:49 pm
by kizushi
Geflogen bin ich (erstmals) mit Turkish Airlines, das Essen lecker und der Preis mit 426 Euro günstig. Auch die Umsteigezeit in Istanbul war relativ kurz, beim Hinflug knapp 4 Stunden und beim Rückflug weniger als 2 Stunden. Die etwa 1,5 Stunden waren gerade so ausreichend, weil die Schlange bei der Security lange war. Der jetzige Flughafen ist sichtbar an der Kapazitätsgrenze und ich bin mal auf den neuen gespannt.

Re: Bericht

Posted: Thu May 31, 2018 11:55 pm
by kizushi
Etwas nervig war, dass das kostenlose WLAN in IST nur für 2 Stunden offen ist. Bei knapp 4 Stunden muss also eine andere Lösung her. Auch beim Zwischenstopp in Kigali und nach Ankunft in Entebbe fühlte ich mich etwas unbedarft mit meinem Billig-Handytarif.

Ankunft in Entebbe recht entspannt, fast 3 Uhr morgens. Erstmal der Gelbfieber-Impfschutz überprüft worden, dann weiter zur Immigration. Hatte das Visum online im Voraus beantragt und mich dann in der falschen Warteschlange angestellt. Ging aber trotzdem schnell, der Flieger war bei weitem nicht voll. Gepäck war dann auch schnell da und yppieh, auch kein Zöllner in Sicht.

Re: Bericht

Posted: Thu May 31, 2018 11:58 pm
by kizushi
Warum ich eigentlich ungerne mit TK unterwegs bin sind die An- und Abflugzeiten mitten in der Nacht. Die Autofahrt vom Flughafen an den Rand von Kampala ging zwar schell, aber die Straße wird gerade renoviert bzw. erweitert und die Verkehrsführung im Dunklen etwas verwirrend.

Kampala ist gefürchtet für seine Verkehrsstaus. Die neue Schnellstraße zum Flughafen in Entebbe ist in Arbeit und wird bis in etwa 2 Jahren fertig gestellt sein. Dank eines großzügigen Kredits aus China.
Fast 5000 Menschen mussten umgesiedelt werden, weil sie zu nahe an der Straße (road reserve) gebaut hatten bzw. die road reserve ausgedehnt werden musste. Man sieht beim Vorbeifahren einige bereits abgerissene Häuser und noch wenige zum Abriss markierte Gebäude.
Die Projektleiterin ist übrigens Hijabi und Ingenieurin.

Re: Bericht

Posted: Fri Jun 01, 2018 12:00 am
by kizushi
Zum besichtigen hatte ich mir viel vorgenommen. Zweimal habe ich es wenigstens in die National Mosque geschafft. Leider immer erst kurz vor Sonnenuntergang, also viel zu wenig gesehen. Und aufs Minarett bin ich auch nicht hochgestiegen :-)

https://www.youtube.com/watch?v=40kuNzBp-JU

Re: Bericht

Posted: Fri Jun 01, 2018 12:04 am
by kizushi
Auf meiner to-do-Liste stand eigentlich ein Ausflug nach Mbale, im Osten Ugandas, um die Abayudaya zu besuchen. Eine einheimische jüdische Gemeinschaft die es erst seit rund 100 Jahren gibt und die mit der israelischen Regierung im Clinch liegt. Seit ein paar Jahren werden sie von jüdischen Gelehrten als jüdische Gemeinschaft anerkannt aber die israelische Regierung erkennt dies nicht an und lässt niemanden von ihnen einreisen.

Der neuste Stand...
https://www.haaretz.com/israel-news/.pr ... -1.6137079

Re: Bericht

Posted: Fri Jun 01, 2018 12:39 am
by kizushi
Kampala ist nicht nur die Stadt der Hügel sondern auch das gewitterreichste Gebiet der Erde. An durchschnittlich 290 Tagen im Jahr blitzt und donnert es. Regencape bzw. Regenschirm sind häufige Begleiter. Aber wie auch in Kenya schüttet es mal kräftig aber richtigen Dauerregen habe ich nicht erlebt.

Re: Bericht

Posted: Fri Jun 01, 2018 12:48 am
by kizushi
Den Buganda wird ein sehr trockener Humor nachgesagt. Aber das "Go Home" als Abschiedssatz hätte es vom Immigration Officer dann doch nicht gebraucht. Vielleicht hat er mich wegen des getragenen Kanzu aber auch falsch einsortiert.

In Uganda sollen etwa 15 % der Bevölkerung Muslime sein. In Kampala hatte ich eher den Eindruck von fast 50 %. Kopftücher oft in gelb (Nationalfarbe).

Re: Bericht

Posted: Fri Jun 01, 2018 1:28 am
by kizushi
Im Gegensatz zu Kenia ist mir dieses mal der Gegensatz zwischen reich und arm viel stärker aufgefallen. Und wenn du mitbekommst, was so ein Anwesen an Miete kostet bist erstmal baff.
Auch interessant, was sich manche Expats hier so (finanziell) leisten können. Hätte ich doch was gescheites gelernt...
(Sicherlich auch dadurch begünstigt, dass hier vieles das Finanzamt nicht interessiert und Sozialsysteme Wunschdenken bleiben.)
Andererseits vermietet aber auch mancher Mzungu an andere Mzungu unter...

Re: Bericht

Posted: Fri Jun 01, 2018 1:44 am
by kizushi
Kunden- und Serviceorientierung liegen nicht allen.... Besonders der Stromanbieter UMEME hat einen schlechten Ruf.... Geschichten von Stromabschaltungen bei postpaid-Kunden die erst am Tag der Abschaltung überhaupt die Rechnung erhalten haben oder die wegen eines Rückstands von 26 USh (das sind etwas mehr als ein halber Euro-Cent!) gesperrt werden...

Aber dass man spätabends, nachdem sich der kleine Hunger gemeldet hat und man in aller Eile im Restaurant als letzter Gast etwas mit nach Hause nimmt und dann zu Hause feststellt, dass damit für 2,50 Euro mehrere Leute satt werden und man sich frägt, ob der Verkäufer wohl noch sein eigenes Abendessen mit eingepackt hat, damit es auch wirklich reicht... dann fühlt man sich schon peinlich berührt...